Power Posing und was dahinter steckt.

Power Posing. Was bedeutet das eigentlich?

Der Begriff geht auf Untersuchungen von Dana Carney, Amy Cuddy und Andy Yap aus dem Jahr 2010 zurück.
So behauptet die Sozialpsychologin Amy Cuddy in ihrem über 58 Mio. Mal geklickten TED Talk, dass das Einnehmen von „Macht-Posen“ das Selbstbewusstsein bestärkt und Einfluss auf unsere Erfolgschancen hat.

Unter diese sogenannten „Macht-Posen“ fallen offene und raumeinnehmende Körperhaltungen und -bewegungen, die  laut Amy Cuddy zu einem erhöhten Testosteronspiegel und zu einem verringerten Cortisolspiegel führen sollen. Demnach sollen sich Personen durch die Einnahme solcher Posen mächtiger fühlen und risikofreudiger verhalten.
Die Idee des Power Posing wurde vor allem im Managementkreisen zunhemend populär.

Jedoch wird die Wirksamkeit von Power Posing von zahlreichen WissenschaftlerInnen angezweifelt, weil die Ergebnisse in anderen Studien zunächst nicht reproduziert werden konnten.

Mittlerweile existiert eine Vielzahl von Untersuchungen, die zeigen wie sich Körperhaltung und Bewegungsmuster auf Emotionen und Verhalten auswirken.
So haben bspw. Elkjær et al. (2020)  in einer Metastudie untersucht, ob sich der Effekt von Bewegungen und Körperhaltungen  in unterschiedlichen Studien nachweisen lässt. Dabei wurden insgesamt Ergebnisse von über siebzig Studien analysiert. Es zeigte sich, dass der Effekt des Körpers auf die Psyche stabil ist. Verschiedene emotionale und verhaltensbezogene Variablen, wie z.B. Gefühle oder die Risikobereitschaft wurden folglich durch das motorische System beeinflusst.
Effekte auf das Hormonsystem konnten jedoch nicht nachgewiesen werden.
Dafür verdeutlichten die Analysen, dass sich eine zusammengesunkene Körperhaltung negativ auf den Zustand der Menschen auswirkt.

Habt ihr Power-Posing schon mal getestet? Was war eure persönliche Erfahrung?

 

Siehe auch:
Stangl, W. (2020). Stichwort: ‚Power Posing‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
https://lexikon.stangl.eu/26653/power-posing/


Der Zusammenhang zwischen Körpergewicht & Berufserfolg.

Ihr findet den Titel komisch?
Ich auch.

Da gibt es doch tatsächlich eine Studie von Judge und Cable aus 2011 bei der Daten von 11.340 Personen ausgewertet wurden und die besagt, dass unser Körpergewicht im Zusammenhang mit unserem beruflichen Erfolg steht.

Wie genau?

Ganz einfach:

  • Unter den Männern – Durchschnittlich gewichtige Männer verdienen mehr, als dünne Männer.
  • Unter den Frauen – Frauen die 25 kg weniger als die Durchschnittsfrau (66,7 kg) wiegen, verdienen am meisten.

Es heißt, dass die physische Attraktivität von Männern und Frauen im beruflichen Kontext also eine unterschiedliche Rolle spielt. Berufserfolg wird übrigens über Variablen wie Hierarchielevel und Einkommen gemessen.

Was mich an den Aussagen der Studie stört?

Drei Dinge:

  1. Was hat Körpergewicht mit physischer Attraktivität zu tun?
  2. Welche Frau wiegt bitte 41,7 kg?
  3. Wie kann es fair sein, dass durchschnittlich gewichtige Frauen monetär schlechter gestellt werden, durchschnittlich gewichtige Männer jedoch zu den Bestverdienern zählen?

Provokant gefragt:
Muss ich (Frau) mir nun eine Essstörung aneignen, um beruflich erfolgreich zu sein?

Die Studie spricht doch tatsächlich von einem Kausaleffekt. Umso dünner die Frau, desto höher ihr Entgelt.
Jetzt könnte man denken, die Untersuchung stammt aus den USA und ist somit vielleicht nicht auf Deutschland übertragbar. Falsch gedacht.
Die Ergebnisse aus den Untersuchungen von Wagner, Frick & Schupp in 2007 für Deutschland sowie Argerström und Rooth in 2011 für Schweden zeigen ebenfalls eine gewichtsbedingte Diskriminierung.

Mir fehlt damit eine wichtige Komponente in all den Gender Diskussionen. Denn dass Frauen durchschnittlich weniger verdienen ist längst bekannt und ein Thema, dass vielen schon wieder zum Halse raushängt.

Nicht nur diskriminierend, sondern tatsächlich gesundheitich bedenklich finde ich jedoch, dass sehr dünn sein bei Frauen monetär belohnt wird. Insbesondere frage ich mich, wie  ich denn zu Höchstleistungen auffahren soll, wenn ich meinem Körper und Geist nicht die Ernährung biete, die er für maximale kognitive Leistung benötigt?

Solche Aspekte verlaufen meist unterbewusst. Wir sind uns gar nicht darüber im Klaren, wie wir denken und entscheiden. Umso wichtiger ist es, stets zu reflektieren, aus welchen Gründen ich Person x vorziehe, eine Gehaltsanpassung vornehme, usw. Schreib die Kriterien auf. Mach sie leistungsabhängig.

Was ich nicht befürworte ist eine Quote. Weder eine Frauen- noch eine Gewichtsquote. Ich möchte keine Quote sein. Ich möchte dafür geschätzt werden, was ich kann.

Think about it.


Die Kunst des Wollens.

Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.“

[Giuseppe Mazzini]

 

Hast du jobmäßig schon mal von dem nächsten Schritt geträumt?
Hattest du schon mal eine Idee und den Wunsch, diese beruflich umzusetzen?
Dich aber nicht getraut, dir den Wunsch zu erfüllen?

Warum eigentlich nicht?
Statistisch gesehen nehmen Frauen nur 40% an allen Gründerpersonen in Deutschland ein.
Dabei zeigt die Statistik auch, dass es mit 51% sogar mehr Frauen als Männer in Deutschland gibt.

Was sagt die Quote also aus?
Haben Frauen weniger Ideen für eine Selbstständigkeit?
Fehlt ihnen der Mut?
Oder haben Frauen schlichtweg nicht das Zeug dazu?

Tatsächlich gibt es Studien, die besagen, Männer sind sich in ihren Entscheidungen sicherer. Das heißt, sie haben weniger Zweifel daran, dass ihre Entscheidung richtig ist.
Frauen stattdessen wägen mehr ab, sie sind nicht so risikofreudig.
Insbesondere wenn eine risikofreie Alternative besteht, bevorzugen Frauen diese.
Antonio Filippin hat diese Fakoren kurz und bündig dargestellt (Link).
Er zeigt auch auf, dass es Raum gibt, dies zu ändern und so die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen.
So sind nur 54% der Frauen im Vergleich zu 64% der Männer erwerbstätig.

Natürlich sind diese Zahlen nicht schwarz/ weiß. Sie sind grau. Es gibt immer ein „und“.
Deswegen möchte ich mit diesem Blog-Post keine Emanzipationswelle bestärken, sondern zum Denken anregen.
Denn sicherlich haben einige Frauen auch gar nicht den Wunsch. Nicht weil sie es nicht könnten, sonder weil sie es so wollen. Und das ist vollkommen okay. Eltern können sich selbstverständlich darauf einigen, dass die Frau dem Haushalt und der Kindererziehung nachgeht.
Nur leider wird Frauen oftmals das Gefühl gegeben, dass sie es nicht könnten, anstatt sie zu fragen, was sie eigentlich wollen.

Deswegen möchte ich euch mit diesem Blog-Post ansprechen und euch nahelegen, darüber nachzudenken, was euch daran hindert, beruflich den nächsten Schritt zu wagen?
Sei es die Bewerbung auf eine höhere Position oder der Weg in die Selbstständigkeit.

Willst du es? Dann zweifel nicht daran, ob du es kannst, sondern wechsel den Blickwinkel.
Frage dich zur Abwechslung nicht „Warum ausgerechnet du dazu in der Lage sein solltest“, sondern „Warum ausgerechnet du es nicht können solltest?“

Now is the time.