Das kleine 1×1 der Nähmaschinennadel

Jetzt mal Hand aufs Herz! Wie oft wechselst du die Nadel deiner Nähmaschine?

Passt du deine Nadel wirklich jedes Mal dem Stoff an oder lässt du auch mal fünfe gerade sein?

Ich muss gestehen, als ich angefangen habe zu nähen, habe ich mich nie um die Nadel gescherrt. Ich wusste tatsächlich nicht, dass ich das muss. Ich dachte, so eine Nähnadel ist universell und passt einfach immer.

Falsch gedacht, denn damit lag ich wirklich vollkommen daneben!

Das wurde mir bewusst, als beim Vernähen von mehreren Stofflagen gleich zwei Nadeln hintereinander abbrachen. Ehrlich gesagt hat mich jede Nadel vorgewarnt. Erst bogen sie sich leicht, doch ich wollte das Signal einfach nicht verstehen. Bei der nächsten Naht steckte die Spitze im Stoff fest und der Rest der Nadel hing noch in der Fassung.

Ich fluchte und schob es auf die Qualität der Nähmaschine.

Was lag ich damit daneben.

Ich begann zu recherchieren, da ich nicht noch eine dritte und insbesondere, meine letzte Nadel riskieren wollte und fand schnell heraus, dass es nichts mit meiner Nähmaschine zu tun hatte. Meine Recherche ergab, dass ich vor jedem neuen Nähprojekt, meine Nähmaschinennadel überprüfen und ggf. austauschen sollte, um sie dem Stoff anzupassen. Es gibt nicht nur für verschiedene Stoffe unterschiedliche Nadeln, sondern auch die Nadelstärke variiert!

Ein paar Daumenregeln helfen mir dabei, die passende Nähmaschinennadel auszuwählen:

  • Bei der Nadelstärke gibt es zwei Arten der Nummerierung. Die erste ist die metrische für uns relevante Nummer. Die zweite bezieht sich aufs Asien-Nummerierungssystem.
  • Verwende bei dicken Stoffen eine höhere Nadelstärke bzw. bei feinen Stoffen eine niedrigere Nadelstärke.
  • Jeansnadeln haben eine Schneidspitze, um leichter durch das Material nähen zu können, ohne es zu zerreißen. Diese kannst du auch für Kunstleder nutzen.
  • Universalnadeln haben Spitzen mit einer ganz leichten Rundung, damit sie den Stoff verdrängen und das Gewebe nicht verletzen und eignen sich für Webwaren (bspw. Baumwolle, Leinen).
  • Die sehr runde Kugelspitze bei Stretch-Nadeln sorgt dafür, dass die Maschen beim Einstich verdrängt werden und somit keine Löcher entstehen. Sie eignet sich folglich ideal für feine, sehr elastische Stoffe (z.B. Viskosejersey).
  • Jersey-Nadeln kannst du prima für Strickware verwenden.
  • Für feine Stoffe wie Microfasergewebe oder Seide kannst du auf eine Microtex-Nadel zurückgreifen.
  • Eine Zwillingsnadel eignet sich zum Säumen von Stretchstoffen.
  • Nun solltest du noch wissen, ob in deine Nähmaschine ein Flachkolben (130/705 H) oder ein Rundkolben (287 WH/1738) passt. Bei den meisten Hobbymaschinen greifst du auf Flachkolben zurück, während in der Industrie häufig Rundkolben verwendet werden.
  • Bei Overlock- bzw. Covermaschinen benötigst du i.d.R. das System ELx705.
  • Übrigens steht oben auf der Verpackung meistens noch die Marke der Nähmaschinennadel.

Damit findest du alle für dich notwendigen Informationen auf der Verpackung der Nähmaschinennadel und kannst die richtige für dein nächstes Nähprojekt wählen!

Hier der Test: Kannst du alle Informationen auf der Verpackung erklären?

Viel Spaß beim Kauf deiner nächsten Nähmaschinennadel und gutes Gelingen für dein nächstes Nähprojekt! Ich hoffe, dir bricht mit diesem kleinen 1×1 keine Nadel mehr ab 😉

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