Der Zusammenhang zwischen Körpergewicht & Berufserfolg

Ihr findet den Titel komisch?
Ich auch.

Da gibt es doch tatsächlich eine Studie von Judge und Cable aus 2011 bei der Daten von 11.340 Personen ausgewertet wurden und die besagt, dass unser Körpergewicht im Zusammenhang mit unserem beruflichen Erfolg steht.

Wie genau?

Ganz einfach:

  • Unter den Männern – Durchschnittlich gewichtige Männer verdienen mehr, als dünne Männer.
  • Unter den Frauen – Frauen die 25 kg weniger als die Durchschnittsfrau (66,7 kg) wiegen, verdienen am meisten.

Es heißt, dass die physische Attraktivität von Männern und Frauen im beruflichen Kontext also eine unterschiedliche Rolle spielt. Berufserfolg wird übrigens über Variablen wie Hierarchielevel und Einkommen gemessen.

Was mich an den Aussagen der Studie stört?

Drei Dinge:

  1. Was hat Körpergewicht mit physischer Attraktivität zu tun?
  2. Welche Frau wiegt bitte 41,7 kg?
  3. Wie kann es fair sein, dass durchschnittlich gewichtige Frauen monetär schlechter gestellt werden, durchschnittlich gewichtige Männer jedoch zu den Bestverdienern zählen?

Provokant gefragt:
Muss ich (Frau) mir nun eine Essstörung aneignen, um beruflich erfolgreich zu sein?

Die Studie spricht doch tatsächlich von einem Kausaleffekt. Umso dünner die Frau, desto höher ihr Entgelt.
Jetzt könnte man denken, die Untersuchung stammt aus den USA und ist somit vielleicht nicht auf Deutschland übertragbar. Falsch gedacht.
Die Ergebnisse aus den Untersuchungen von Wagner, Frick & Schupp in 2007 für Deutschland sowie Argerström und Rooth in 2011 für Schweden zeigen ebenfalls eine gewichtsbedingte Diskriminierung.

Mir fehlt damit eine wichtige Komponente in all den Gender Diskussionen. Denn dass Frauen durchschnittlich weniger verdienen ist längst bekannt und ein Thema, dass vielen schon wieder zum Halse raushängt.

Nicht nur diskriminierend, sondern tatsächlich gesundheitich bedenklich finde ich jedoch, dass sehr dünn sein bei Frauen monetär belohnt wird. Insbesondere frage ich mich, wie  ich denn zu Höchstleistungen auffahren soll, wenn ich meinem Körper und Geist nicht die Ernährung biete, die er für maximale kognitive Leistung benötigt?

Solche Aspekte verlaufen meist unterbewusst. Wir sind uns gar nicht darüber im Klaren, wie wir denken und entscheiden. Umso wichtiger ist es, stets zu reflektieren, aus welchen Gründen ich Person x vorziehe, eine Gehaltsanpassung vornehme, usw. Schreib die Kriterien auf. Mach sie leistungsabhängig.

Was ich nicht befürworte ist eine Quote. Weder eine Frauen- noch eine Gewichtsquote. Ich möchte keine Quote sein. Ich möchte dafür geschätzt werden, was ich kann.

Think about it.